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Kapitel 5: Mein Arbeitsalltag bei Hilton Hotel Munich Airport

So sieht mein Arbeitsalltag aus

Bei Hilton Hotel Munich Airport bin ich einer von etwa 60 Azubis, von denen 20 mit mir im September angefangen haben. Die Chancen, dass ich auch nach meiner Ausbildung hier bleiben kann, stehen gut: Etwa 80% aller Azubis werden nach Ende der Ausbildung ins Unternehmen übernommen.
Ich bin auszubildender Hotelfachmann. Seit meinem Beginn habe ich in drei verschiedenen Abteilungen gearbeitet: Porter Staff, Stewarding Staff und Pool Staff.

Die Dinge, die ich hier gelernt habe, sind ziemlich unterschiedlich. Als Porter hatte ich zum Beispiel unglaublich viel mit Gästen zu tun, beim Stewarding eigentlich gar nicht und jetzt beim Pool kommt es immer ein bisschen darauf an, wie viel los ist. Die Gäste, die hierherkommen sind sehr international. Kein Wunder, mein Ausbildungsunternehmen liegt ja auch direkt am Flughafen. Doch auch die Mitarbeiter bei Hilton Hotel Munich Airport kommen von überall her: 37 verschiedene Nationalitäten sind vertreten! Das ist toll, denn so finde ich immer mal wieder Arbeitskollegen, mit denen ich ein paar Worte in meiner Muttersprache wechseln kann.

Hier seht ihr mich vor dem Hilton Munich Airport.

Als ich als Porter gearbeitet habe, hat mir besonders gefallen, dass ich viele arabische Gäste getroffen habe.

Beim Step-IN Programm habe ich durch meine Freunde Zainab und Kahled ein bisschen Arabisch gelernt. Den Gästen konnte ich mich dann auf ihrer Sprache vorstellen. Ich glaube, dass sie sich darüber gefreut und sich vielleicht auch ein bisschen mehr wie zuhause gefühlt haben.

Ich zumindest fühle mich bei meiner Arbeit sehr wohl. Meine Kollegen sind unglaublich nett und haben mich herzlich aufgenommen. Natürlich übernehme ich gerne alle Aufgaben, um die ich gebeten werde, ohne zu meckern oder mich zu beschweren. So würde ich das zuhause bei meiner Mutter auch tun. Außerdem bin ich ja da, um etwas zu lernen. Und glaubt mir, ich lerne viel.
Denn egal in welchem Bereich ich bin, meine erfahrenen Arbeitskollegen bringen mir alles bei.

Zum Beispiel Maria, die mich momentan bei meiner Arbeit am Pool betreut. Seit zwei Wochen bin ich bei ihr und arbeite mit ihr zusammen. Ich mag die Arbeit am Pool, denn hier ist es ruhiger als oben an der Rezeption, wo immer neue Gäste ankommen oder abreisen. Wenn ich morgens die Frühschicht antrete, schaue ich erst einmal zusammen mit Maria, ob alles in Ordnung ist. Wir sehen nach, ob alles sauber ist, füllen die Handtücher, Getränke und das Obst auf, schalten die Sauna ein, und überprüfen, ob die Wassertemperatur und der Chlorgehalt des Pools stimmen.

Es ist wichtig, den Chlorgehalt im Pool immer wieder zu prüfen.

Wie das alles funktioniert, erklärt mir Maria. Lang und ausführlich. Teilweise erzählt sie mir von so vielen Dingen, dass mein Kopf anfängt zu schwirren und ich am Ende des Tages das Gefühl habe, schon wieder alles vergessen zu haben. Aber ich weiß, dass es wichtig ist und versuche mir alles zu merken. Denn wenn zum Beispiel der Chlorgehalt des Pools nicht stimmen würde, könnte das einen Einfluss auf die Gesundheit unserer Gäste haben.

Maria fordert mich, stellt mir Fragen, um zu testen, ob ich verstanden habe, was zu tun ist. Denn bei meiner Schicht am Freitag wird sie nicht an meiner Seite stehen. Dann werde ich mich alleine um den Pool kümmern und alle Aufgaben selbstständig erledigen. Ich bin ein bisschen nervös, aber freue mich auch, dass mir Hilton so viel Verantwortung überträgt.

Viele unserer Gäste sind auf dem Weg zum Flughafen. Da kommt es schon mal vor, dass der ein oder andere gestresst wirkt oder es sehr eilig zu haben scheint. Manchmal finde ich es ein wenig schwer, damit umzugehen. Bei Fremden weiß ich nicht immer genau, wie ich mich verhalten soll. Wenn ich eine Person gut kenne, bin ich unglaublich offen und gesprächig. Wenn nicht, kann ich manchmal etwas schüchtern sein. Doch ich bin mir sicher, dass sich das bald ändern wird.
Spätestens dann, wenn ich im meine Zeit an der Rezeption anfangen werde. Sechs Monate werde ich dort sein und jeden Tag neue Leute mit einem großen Lächeln im Gesicht im Hilton Hotel Munich Airport willkommen heißen. Darauf freue ich mich sehr.

Das sagt meine Ausbilderin über mich:

Verglichen mit anderen Azubis, hatte Mojtaba vielleicht geringere fachliche Einstiegsqualifikationen, als jemand, der zuvor bereits sein Fachabitur in Deutschland gemacht hat. Doch das macht er allemal mit seinen inneren Kompetenzen wett. Es gibt keinen Tag, an dem ich ihn nicht mit einem riesigen Lächeln auf dem Gesicht sehe – egal, ob er im direkten Kontakt mit Gästen ist oder den ganzen Tag in der Spülküche verbracht hat.

Bei ihm stimmt die Grundhaltung. Er ist immer positiv, nimmt alles strahlend auf und macht es sich dadurch selbst leichter. Andere können sich da selbst ein bisschen mehr im Weg stehen, wenn ihre Idee der Arbeit und ihre Erwartungen an die Arbeit nicht zu jedem Zeitpunkt auch wirklich mit dem übereinstimmen, was sie ausüben.

Ich selbst habe meine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht und auch ich hatte anfangs ein wenig Angst an der Rezeption. Doch der einzige Weg mit gestressten Gästen umzugehen, ist Negativität wegzulächeln. Und so wie ich Mojtaba bis jetzt erlebt habe, bin ich mir sicher, dass er das mit Bravour meistern wird.

Noch ist er am Anfang seiner Reise bei uns im Hilton Hotel Munich Airport und es gibt viele verschiedene Abteilungen, in denen ich ihn mir vorstellen könnte. Enden wird er dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Doch dass er den richtigen Ausbildungsberuf und das richtige Unternehmen für sich ausgewählt hat, darüber bin ich mir sicher. Ich sehe ihn im nächsten Jahr hier bei uns, ich sehe ihn in zwei Jahren hier und ich sehe ihn auch noch in drei + x Jahren hier.
Wir freuen uns sehr, Mojtaba im Hilton Hotel Munich Airport Team zu haben!“

Danke für das Lesen. Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in mein neues Leben geben!

 

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